Wien, Adelaide, Karlsruhe, Brügge, Straßburg und Bremen

→Von Wien bis Adelaide, von Brügge bis Bremen bot die Barockszene in den letzten Tagen eine reiche Vielfalt an Ereignissen: das Ensemble Pygmalion in Australien, das Farinelli-Gala in Karlsruhe, Gassmanns L’Opera seria in Wien… Ein Blick in Bildern auf die Höhepunkte der Woche.

Wien, Adelaide, Karlsruhe, Brügge, Straßburg und Bremen
© Werner Kmetitsch

In Wien, L’Opera seria mit Christophe Rousset und Les Talens Lyriques

Zu Beginn des Monats März hat das Theater an der Wien L’Opera seria des Komponisten Florian Leopold Gassmann (1729–1774) wieder auf den Spielplan gesetzt, in der Inszenierung von Laurent Pelly, mit Les Talens Lyriques unter der Leitung von Christophe Rousset. Die Produktion war 2025 an der Mailänder Scala entstanden. Die Handlung ist ungewöhnlich: Ein Theaterdirektor möchte in seinem Haus eine Oper auf die Bühne bringen, gerät jedoch in Konflikt mit dem Librettisten, dem Komponisten, den Sängerinnen und Sängern, dem Ballettmeister, dem Kopisten und den Müttern der Sängerinnen. Das Ergebnis ist eine Fantasie, die heute wie ein echtes Dokument über die Entstehung einer Oper im 18. Jahrhundert wirkt.

Mit Pietro Spagnoli, Roberto de Candia, Petr Nekoranec, Josh Lovell, Julie Fuchs, Andrea Carroll, Les Talens Lyriques und Chrisrtophe Rousset.

© Claudio Raschella

In Adelaide (Australien), 3x Raphaël Pichon und Pygmalion

Raphaël Pichon und sein Ensemble Pygmalion gaben beim Adelaide Festival in Australien drei Konzerte mit unterschiedlichen Programmen. Nach Gute Nacht, Welt und Johann Sebastian Bach in der Town Hall präsentierten sie Monteverdis Vespern in der St Peter’s Cathedral (Foto), bevor sie für das vergessene Meisterwerk Orfeo von Luigi Rossi in die Adelaide Town Hall zurückkehrten. Die australische Kritik schrieb dazu: „Eine Erfahrung, die das Leben aller Anwesenden verändert hat. Das lang erwartete Australien-Debüt von Pygmalion unter Raphaël Pichon erwies sich als wahres musikalisches Wunder!“

Mit Pygmalion und Raphaël Pichon.

© Felix Grünschloss

In Karlsruhe, das Farinelli-Gala der Händelfestspiele

Bei den Händelfestspielen Karlsruhe war das Farinelli-Gala der Countertenöre restlos ausverkauft. Mit Denis Orellana, Lidor Ram Mesika, Bruno de Sá, Rémy Brès-Feuillet und Lawrence Zazzo. Das Karlsruher Barockorchester wurde von Luca Quintavalle geleitet.

Mit Denis Orellana, Lidor Ram Mesika, Bruno de Sá, Rémy Brès-Feuillet et Lawrence Zazzo, le Karlsruher Barockorchester und Luca Quintavalle.

© Koenraad Maes

In Brügge, ein Tête-à-tête zwischen Anna Besson und Reinoud Van Mechelen

Im Rahmen der Reihe „Tête à tête“ im Concertgebouw Brügge präsentierten die Flötistin Anna Besson und der Tenor Reinoud Van Mechelen, auch privat ein Paar, ein eigens zusammengestelltes Programm, das ihre musikalische Verbundenheit fortsetzt: eine Reise von Guillaume de Machaut bis zur irischen Folklore.

Mit Anna Besson und Reinoud Van Mechelen.

© La Chapelle Rhénane

In Straßburg, das 25-jährige Jubiläum von La Chapelle Rhénane

In Straßburg, noch vor dem Festival Mars en baroque in Marseille, feierte das Ensemble La Chapelle Rhénane unter der Leitung von Benoît Haller sein 25-jähriges Bestehen mit dem Konzert Bach in Leipzig 1726. Das Programm war keine bloße Aneinanderreihung von Werken, sondern eine Demonstration der exegetischen Kraft des Komponisten, eine musikalische Vertiefung in das Jahr 1726, einen entscheidenden Wendepunkt seines geistlichen Schaffens. Zu dieser Zeit war Bach seit drei Jahren in Leipzig tätig, und seine Meisterschaft in der Kantatenform erreichte einen Punkt ohne Wiederkehr in Bezug auf architektonische Komplexität und geistliche Intensität.

Mit La Chapelle Rhénane und Benoît Haller.

© Patric Leo

In Bremen (Deutschland), Bach und Telemann mit dem Bremer Barockorchester

In der Unser Lieben Frauen Kirche vereinte das Bremer Barockorchester unter der Leitung von Néstor Fabián Cortés Garzón die sehr unterschiedlichen Klangwelten von Johann Sebastian Bach und Georg Philipp Telemann. Beide Komponisten begegnen sich hier auf Augenhöhe, in einer bewegenden Gegenüberstellung, die zugleich viel über die europäische Musikgeschichte des 18. Jahrhunderts erzählt.

Mit dem Bremer Barockorchester und Néstor Fabián Cortés Garzón.