Seit ihrer Gründung im Jahr 2022 widmen sich The BanXhies in klassischer Triosonaten-Besetzung jenem Barockrepertoire, das ihre künstlerische Handschrift prägt. Mit Auftritten beim Festival d’Ambronay, den Moments musicaux de Gerberoy sowie auf internationalen Bühnen hat sich das Ensemble fest etabliert und erfährt seit 2024 Förderung durch das europäische Programm EEEmerging+ sowie die Fondation Singer-Polignac. Fernab starrer Konzertkonventionen emanzipieren sie sich durch Programme, die von Spielfreude, eigenen Transkriptionen und virtuosen Improvisationen leben. Im September 2026 legt das Ensemble mit 47° Nord sein Debütalbum beim renommierten Label Alpha Classics vor.
War es eine bewusste Entscheidung, dass The BanXhies ein reines Frauenensemble ist?
Louise Acabo: Dass unser Ensemble ausschließlich weiblich besetzt ist, ist ein absoluter Zufall. Man könnte sagen, es war eine intuitive Entscheidung, einfach weil es sich natürlich ergeben hat. Die Frage hat sich uns nie wirklich gestellt, und es war nicht unser primäres Ziel, ein Ensemble nur für Frauen zu gründen.
Dennoch haben Sie mit der „Banshee“ eine dezidiert weibliche Figur der Mythologie als Namensgeberin gewählt…
Louise: Wir wollten einen mythologischen Namen finden, ihn aber gleichzeitig „entbarockisieren“. Wir wollten uns nicht „Der zauberhafte Bach“ oder „Die flüchtigen Feen“ nennen! (lacht)
Roxana Rastegar: Was uns fasziniert, ist die Tatsache, dass die Banshee in der irischen Mythologie weder gut noch böse ist. An ihr ist nichts Binäres… sie ist komplex und lässt sich kaum kategorisieren. Vor allem ist sie eine Grenzgängerin, eine Botin zwischen der Welt der Lebenden und der Toten. Genau so verstehen wir Musik: als eine Form der Botschaft. Sie vermittelt so viele Dinge, die mit Worten nur schwer auszudrücken sind.
Warum eigentlich die ungewöhnliche Schreibweise: BanXhies?
Roxana: Es gibt verschiedene Schreibweisen für das Wort. Die bekannteste ist „Banshees“, wie bei der legendären Rockband Siouxsie and the Banshees. Um uns abzuheben, hatten wir ursprünglich die Schreibweise „Banshies“ gewählt. Doch im vergangenen September wurde unser Instagram-Account aufgrund einer Urheberrechtsbeschwerde gesperrt …
Suzanne Wolff: Zu diesem Zeitpunkt hatten wir gerade unsere Seite aufgebaut, und alle unsere Verträge liefen bereits unter dem Namen „Banshies“…
Louise: Wir haben den gesamten Inhalt von zwei Jahren Arbeit verloren, den wir nie wiederherstellen konnten! Für ein junges Ensemble ist das hart, da viele Labels und Veranstalter genau auf diesen Content schauen. Glücklicherweise hat uns das Team von EEEmerging+ sehr geholfen, die neue Marke „The BanXhies“ eintragen zu lassen.
Roxana: …und was das „X“ betrifft: In unserem Logo ist es eigentlich ein Kreuz, das das „s“ durchstreicht. (lacht)

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