Der Yukon beherbergt die höchsten Berge, die extremsten Kältewellen sowie einige der ältesten Spuren menschlicher Besiedlung in Nordamerika. Grizzlys, Eisbären, Wölfe, Luchse, Adler und Karibus sind in dieser atemberaubenden Landschaft, die ursprünglich von indigenen Völkern bewohnt wurde, noch immer zahlreich vertreten. Später folgten Trapper, Missionare und Goldsucher, und heute stammt die große Mehrheit der Bevölkerung aus anderen Regionen. Entgegen der Vorstellung mancher Menschen lebt man in kleinen Städten wie Whitehorse (ca. 30.000 Einwohner) jedoch nicht in Iglus und fährt mit dem Auto statt mit dem Hundeschlitten. Ja, der Yukon nimmt in der kanadischen Vorstellungswelt und vielleicht auch darüber hinaus einen besonderen Platz ein. Doch die Alte Musik hatte hier bisher noch nie wirklich ihren Platz… Bis heute
Alle Wege führen nach Whitehorse
„Wir sind alle aus unterschiedlichen Gründen hierhergekommen“, erklärt C.D. Saint, einer der Mitbegründer von Yukon Early Music. Saint, der einen Abschluss in Musik von der University of Alberta besitzt und Musikpädagogik am renommierten Kodály-Institut studierte, kam ursprünglich als Mediator für die kanadische Regierung nach Whitehorse. Doch er stellte schnell fest, dass die Musik ihn nicht losließ.
Heute ist Saint künstlerischer Leiter der Yukon Community Choirs, und dirigiert fünf Ensembles. Musik ist in dieser wachsenden Stadt allgegenwärtig. Mit einem Kammerorchester, einem Instrumentalensemble und, nach Saints Zählung, mindestens zwölf verschiedenen Chören übt das kulturelle Engagement von Whitehorse eine starke Anziehungskraft auf seine Bewohner aus. Die Stadt verfügt über ein hochmodernes Kulturzentrum, und die Gemeinde zeichnet sich durch begeisterte und großzügige Unterstützung aus, sowohl finanzieller als auch kreativer Art.

Zur lokalen Musikszene gehören auch Vincent Larochelle, ein aus Quebec stammender Anwalt, der als Rechtsbeistand nach Yukon kam, bevor er nebenbei als Trapper – und Tenorsolist – tätig wurde, sowie Ben Johnston-Urey, Symphoniekomponist und „Allround-Keyboarder”, wie Saint ihn beschreibt. Johnston-Forey kam während der Pandemie nach Yukon, um die Stelle des Musikdirektors der örtlichen lutherischen Kirche anzutreten.
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