Tokio – Orfeo
Die Inszenierung von „Orfeo ed Euridice” im New National Theatre Tokyo markierte das Debüt der italienischen Sopranistin Benedetta Torre als Euridice. Saburo Teshigawaras reduzierte, skulpturale Inszenierung bot einen unverwechselbaren Rahmen für den Dialog zwischen Tanz und Gesang, der das Werk des japanischen Choreografen auszeichnet. Neben Torre hörte das Publikum die Altistin Sara Mingardo, deren weitläufiger, introspektiver Orfeo nach wie vor Maßstäbe setzt, sowie Yuki Sugiyama in einer strahlenden Amore-Rolle. Ryuichiro Sonoda dirigierte das Tokyo Philharmonic Orchestra und den Chor des New National Theatre und verlieh Glucks Partitur Klarheit und dramatischen Schwung.
Mit Benedetta Torre, Sara Mingardo, Yuki Sugiyama, das Tokyo Philharmonic Orchestra und derChor des New National Theatre unter der Leitung von Ryuichiro Sonoda.

Oviedo (Spanien): Orlando Furioso mit Arnaud Gluck
Die Ópera de Oviedo präsentierte fünf Aufführungen von Vivaldis Orlando furioso, inszeniert von Fabio Ceresa und dirigiert von Aarón Zapico. Unter den Darstellern wurde insbesondere der junge Countertenor Arnaud Gluck für sein Debüt als Ruggiero gelobt: „subtile, feinfühlige Interventionen und Verzierungen, die in den Da-Capo-Abschnitten einfach exquisit waren”. An seiner Seite erweckten Evelyn Ramírez (Orlando), Jone Martínez (Angelica) und Shakèd Bar (Alcina) die Hauptfiguren dieses turbulenten Barockdramas lebhaft zum Leben. Das Philharmonische Orchester von Oviedo und der Opernchor begleiteten die Produktion.
Mit Evelyn Ramírez, Jone Martínez, Shakèd Bar, Maria Moi, Serena Perez, Cesar San Martin, dem Oviedo Operus chor, demPhilharmonischen Orchester und Aarón Zapico.

Berlin: Jordi Savalls Debüt in der Philharmonie
Ein Meilenstein in Berlin: Im Alter von 84 Jahren gab Jordi Savall sein Debüt in der Philharmonie mit den Berliner Philharmonikern. Die deutsche Presse zeigte sich erstaunt, dass es so lange gedauert hatte, bis „der große Meister” der historisch informierten Aufführungspraxis neben René Jacobs, Gustav Leonhardt und Emmanuelle Haïm willkommen geheißen wurde (Tagesspiegel). Auf dem Programm der drei Abende standen Werke von Rameau, Gluck und Mozarts „Jupiter”-Sinfonie. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung lobte ihn als „einen Dirigenten mit feinen Nuancen, der nicht unbedingt ein Ensemble für Alte Musik braucht, um seine Kunstfertigkeit zu entfalten”. Diese Berliner Residenz wird im Januar und April 2026 fortgesetzt, diesmal mit seinem eigenen Ensemble Le Concert des Nations.
Mit dem Ensemble Le Concert des Nations und Jordi Savali.

Florenz – Viva Lulli!
Wie jedes Jahr versammelten sich Freunde des Giovanni Battista Lulli Instituts, um den Geburtstag des florentinischen Komponisten vor der Gedenktafel am Lungarno Vespucci, an der Stelle der ehemaligen Mühle seines Vaters, zu feiern. Zu den Gründern des Instituts, Federico Maria Sardelli und Samuele Lastrucci, gesellten sich Guillaume Rousson, Generalkonsul von Frankreich, und der Musikwissenschaftler Riccardo Cecchetti, der die ehrgeizigen Pläne der Organisation für 2026 vorstellte.
Die Feier endete am Ufer des Arno, wo der Barocktrompeter Filippo Calandri zu Ehren von Lully eine Fanfare spielte.

Paris – ein neues Orchester 415- Paris
Um der wachsenden Nachfrage nach Amateur-Orchesterpraxis auf historischen Instrumenten gerecht zu werden, wurde ein neues Ensemble gegründet: das Orchestre 415-Paris. Es vereint Amateure, Studenten und Profis rund um das Barockrepertoire und gab unter der Leitung von Hervé Niquet zwei Eröffnungskonzerte in der Église Saint-Éloi mit einem Programm namens À la française, das Werke von Lully, Rameau, Bach und Boismortier umfasste. Eine neue Session ist für März 2026 geplant, in Zusammenarbeit mit dem Ensemble vocal Largentière, mit Schwerpunkt auf der Johannespassion.
Mit das Orchster 415-Paris und Hervé Niquet.

Stockholm – Il trionfo del Tempo von Orpheus Barock
In Stockholm dirigierte Julio Caballero Pérez das Orpheus Barock in einer kunstvollen Aufführung von Händels Il Trionfo del Tempo e del Disinganno im Konserthuset. Das Hauptquartett bestand aus Suzanne Jerosme (Bellezza), Ann Hallenberg (Piacere), Lucía Caihuela (Disinganno) und Martin Vanberg (Tempo), unterstützt im Continuo von Miriam Jorde und Jonas Nordberg.
Mit Suzanne Jerosme, Ann Hallenberg, Lucía Caihuela, Martin Vanberg, dem Orpheus Barock Stockholm und Julio Caballero Pérez.



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