Tagebuch von Julie Roset (1/3)

Mein Debüt an der Met in New York!

→Nach einer ersten barocken Karriereetappe, unter anderem mit Leonardo Garcia-Alarcón, William Christie und Raphaël Pichon, gibt Julie Roset mit 28 ihr Debüt an der Metropolitan Opera in New York… — in Richard Strauss’ Arabella. Hier ihr spannendes amerikanisches Reisetagebuch, geführt vom 6. Oktober bis zum 7. November 2025. 

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Mein Debüt an der Met in New York!
"Ich bin sehr glücklich, an den Ort zurückzukehren, an dem alles angefangen hat!" © Julie Roset
Serien
Vollständige Geschichte:
  1. Teil 1:

    Mein Debüt an der Met in New York!

  2. Teil 2:

    Erste Proben an der New Yorker Met!

  3. Teil 3:

    Premieren-Tag an der Met in New York!

Als lyrische Entdeckung des Jahres 2025 bei den Victoires de la musique in Frankreich ausgezeichnet und Gewinnerin des großen Operalia-Wettbewerbs von Plácido Domingo 2023, hat sich Julie Roset mit ihren Auftritten – besonders im barocken Repertoire – an der Opéra de Paris, beim Festival in Aix-en-Provence und am Teatro Real in Madrid einen Namen gemacht. Mit 28 Jahren gibt sie nun ihr Debüt in Arabella von Richard Strauss an der Met in New York, nachdem sie dort 2022 den Laffont-Wettbewerb gewann, am Ende ihres Studienaufenthalts und ihres Künstlerdiploms an der berühmten Juilliard School. Von Anfang Oktober bis zur Premiere am 10. November führte sie für Total Baroque Magazine ihr New-York-Tagebuch. 

Montag, 6. Oktober – Zurück in New York 

Mein Flug startete um 16 Uhr in Paris und landete um 17.45 Uhr in New York. Schon beim Aufsetzen bekam ich Schmetterlinge im Bauch. Ich war unglaublich gerührt, diese Stadt wiederzusehen, die mich so sehr geprägt hat. Zwei Jahre sind vergangen seit meinem letzten Besuch. Ich habe hier vier Jahre gelebt: zwei an der Juilliard School und zwei weitere nach meinem Abschluss. Diese Stadt zu verlassen, war damals kaum vorstellbar. 

Ich habe mein Gepäck abgeholt und bin zu meinem neuen Apartment in der 35th Street gefahren, ganz in der Nähe des Empire State Building. Zuvor habe ich in der Nähe des Central Park gewohnt, später in Harlem – K-Town ist für mich also noch recht neu. Die Wohnung habe ich über Home Exchange gefunden: Eine Frau wohnt währenddessen zwei Monate in meinem Zuhause. Ich bin total froh über diese Lösung, denn zwei Monate Airbnb würden hier 8.000 bis 12.000 Euro kosten. Und ich mag dieses Prinzip sehr: Vertrauen, Menschlichkeit, Gegenseitigkeit. 

Dienstag, 7. Oktober – Wiedersehen 

Um 4.30 Uhr war ich hellwach, Jetlag sei Dank. Aber dieser frühe Start machte mich erstaunlich produktiv. 

Um 8.30 Uhr erledigte ich meine Einkäufe bei Trader Joe’s. Die Preise schockieren mich jedes Mal aufs Neue: ein Croissant für 6 Dollar, ein Baguette für fast 5… Wahnsinn. Paris wirkt plötzlich richtig günstig. 

Um 10 Uhr dann ein langes Zoomgespräch mit meinen Freundinnen vom Ensemble La Néréide: zweieinhalb Stunden Planung künftiger Projekte, Tourneeideen – während ich nebenbei meine Mittagslasagne vorbereitete. Danach ein Anruf mit meiner Agentin Shirley zu Terminen und neuen Rollen. 

Angel

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