Gegründet 2014 in Berlin, widmet sich das Ensemble Titan’s Rising der Musik des Mittelalters, der Renaissance und des frühen Barocks. Besonderes Merkmal des Ensembles ist die gleichnamige Konzertsaison in einer Berliner Kirche. Unter Leitung von Sängerin Sarah Fuhs und Flötistin Amanda Markwick – beide amerikanischer Herkunft – bringt das originelle Projekt MusikerInnen und Publikum mit einem Repertoire in Kontakt, das auf den Berliner Bühnen bislang wenig präsent ist. Obwohl die deutsche Hauptstadt für ihre musikalische Vielfalt und Vitalität bekannt ist, bleibt die Szene für Alte Musik paradoxerweise fragil. Ein Gespräch mit Sarah Fuhs, einer leidenschaftlichen Musikerin, die künstlerische Solidarität zur Triebfeder eines außergewöhnlichen Projekts gemacht hat.
Ihr Ensemble heißt Titan’s Rising und Sie haben auch eine gleichnamige Konzertreihe. Wie funktionieren Sie?
Sarah Fuhs: Titan’s Rising ist nicht nur ein Ensemble, sondern auch eine von uns selbst organisierte Konzertreihe. Alle unsere Programme werden zunächst dort uraufgeführt, bevor sie an anderen Orten wiederholt werden. Jede Saison umfasst etwa zehn Konzerte, von denen rund ein Drittel vom Ensemble selbst bestritten wird, die übrigen von Gastensembles. Unser Schwerpunkt liegt auf Musik des Mittelalters und der Renaissance, die in Berlin vergleichsweise selten zu hören ist; gelegentlich öffnen wir uns jedoch auch dem Spätbarock.
Wie ist dieses Projekt entstanden?
S. F: Ich bin 2008 aus den USA nach Berlin gekommen, mit dem Wunsch zu singen und Projekte zu entwickeln. Aber zunächst habe ich hier keine echte Gemeinschaft von Musikern gefunden, die sich auf Alte Musik spezialisiert haben. Deshalb habe ich 2014 meine eigene Konzertreihe ins Leben gerufen. Nach und nach kam das Publikum, und ich traf Musiker, die in Basel oder Den Haag ausgebildet worden waren, sich für die Renaissance begeisterten, hier aber isoliert waren. Viele leben wegen der Lebensqualität in Berlin, spielen aber selten in ihrer eigenen Stadt! Titan’s Rising ist zu einem Treffpunkt geworden, zu einem Ankerpunkt für diese zersplitterte Szene.
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