Wien: Händels „Poro, re dell’Indie“
Im Theater an der Wien präsentierte Max Emanuel Cenčić eine konzertante Aufführung von Händels „Poro, re dell’Indie“ im Vorfeld einer für April 2026 geplanten Inszenierung von Leonardo Vincis „Alessandro nell’Indie“. Der Dialog zwischen den beiden Werken ist faszinierend: In den späten 1720er Jahren befand sich Händels Londoner Opernimperium in finanziellen Schwierigkeiten, und sein Star-Kastrat Senesino hatte ihn verlassen, um in The Beggar’s Opera zu singen. Händel lockte ihn mit dem Versprechen einer besonders markanten Rolle zurück.
Für seine neue Oper griff er auf Metastasios Alessandro nell’Indie zurück, das von den Feldzügen Alexanders des Großen in Indien erzählt. Allerdings veränderte Händel die Hierarchie der Figuren radikal: In Vincis Version dominiert Alessandro die Bühne, während in Händels Fassung der indische König Poro – geschrieben für Senesino – zum dramatischen Mittelpunkt wird. Die Uraufführung 1731 war ein voller Erfolg: König Georg II. besuchte neun Vorstellungen.
Mit Max Emanuel Cenčić, Julia Lezhneva, Lucile Richardot, Rémy Brès-Feuillet, Hugo Hymas, Timothy Edlin, dem {oh!} Orkiestra und Martyna Pastuszka.

Montreal: Unvergessliche Vier Jahreszeiten beim Bach-Festival
Théotime Langlois de Swarte und Les Arts Florissants feierten beim Bach-Festival in Montreal den 300. Jahrestag von Vivaldis Vier Jahreszeiten. Christophe Huss schrieb in [Französisch] Le Devoir: „Ihre Hommage an den italienischen Barock erreichte ein bisher unbekanntes Maß an Kreativität, Verkörperung und künstlerischer Leistung. (…) Das war nicht nur „eine Stufe über“ dem Üblichen und war eine ganz andere Galaxie.“
Mit Les Arts Florissants und Théotime Langlois de Swarte.

São Paulo: Sieben Indes galantes für Cappella Mediterranea
Eine Südamerika-Tournee für Cappella Mediterranea mit Les Indes galantes – De la voix des âmes. Eine Uraufführung im Theatro Municipal de São Paulo, gefolgt von sieben weiteren Vorstellungen bis zum 4. Dezember 2025. Choreografie von Bintou Dembélé (Cie Rualité), musikalische Leitung von Leonardo García-Alarcón. Die Tournee ist Teil des Frankreich-Brasilien-Jahres 2025, unterstützt vom Institut Français und dem Centre National de la Musique.
Mit Laurène Paternò, Ana Quintans, Mathias Vidal, Andreas Wolf, der Cappella Mediterranea und Leonardo García-Alarcón.

Dresden: Das Adventskonzert im Fernsehen
Eine deutsche Tradition: Das Adventskonzert des ZDF zum ersten Adventssonntag fand in der Frauenkirche in Dresden statt, mit der Sächsischen Staatskapelle und dem Dresdner Opernchor unter der Leitung von Nicholas Collon. Auf dem Programm standen Werke von Bach, Mozart, Grieg und Strauss.
Mit der Sächsische Staatskapelle, dem Dresden Opera Chorus und Nicholas Collon.

Lyon: Ein „Chapelle d’Automne”-Festival in La Trinité
Das Chapelle d’Automne-Festival bot vier Tage lang Konzerte in der Chapelle de la Trinité in Lyon. Es feierte die erstaunliche Kreativität des Klavierrepertoires – von den gemäßigtsten bis zu den extravagantesten Werken, von frühen majestätischen Kompositionen bis zu zeitgenössischen Experimenten, mit einigen exotischen Abstechern. Zu den Höhepunkten gehörte „Le Ballet des Passions” („Das Ballett der Leidenschaften”), ein Tanzkonzert, das vom Choreografen Hubert Hazebroucq und dem Cembalisten Jean-Luc Ho konzipiert wurde und die großen choreografischen Werke des Grand Siècle mit Cembalostücken im französischen Stil verwebt, ergänzt durch Masken, wie sie im Theatertanz dieser Zeit üblich waren.
Mit Jean-Luc Ho und Hubert Hazebroucq.

Toronto: Doppeltes Dixit mit Tafelmusik
Tafelmusik eröffnete seine Chorsaison im Trinity-St. Paul’s Centre in Toronto mit drei Konzerten, in denen Psalm 110 (Dixit Dominus) von Lotti und Händel aufgeführt wurde – zwei Komponisten, zu denen Chorleiter Ivars Taurins eine besondere Affinität hat. Der venezianische Komponist Antonio Lotti (1667–1720), der einst fast in Vergessenheit geraten war, ist zu einem Favoriten des Tafelmusik Chamber Choir geworden. Seine ausdrucksstarken Kontraste, die fließenden Gesangslinien und ein Stil, der den jungen Händel – der sein eigenes Dixit Dominus im Alter von nur 22 Jahren in Rom komponierte – eindeutig beeinflusst hat, machen ihn besonders bemerkenswert.
Mit dem Tafelmusik Chamber Choir, dem Tafelmusik Baroque Orchestra und Ivars Taurins.



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