Versailles, Göttingen, Greenwich, Beverley, Paris

→Zwischen Versailles, Göttingen, Greenwich und Paris steht diese Woche ganz im Zeichen interdisziplinärer Experimente der Alten Musik, mit dem „Hip Baroque Choc“ des Concert de la Loge und der Reitvorführung „Chevauchée Baroque“ sowie Inszenierungen und Gesangsdarbietungen eines strahlenden europäischen Repertoires, von Purcell über Händel und den italienischen Kreis der Academia dell’Arcadia bis hin zu Tomás Luis de Victoria.

Versailles, Göttingen, Greenwich, Beverley, Paris

Versailles: Barockkonzert und kleine Motetten

In der Reithalle der Großen Stallungen des Schlosses von Versailles haben die Pagen des Centre de musique baroque de Versailles (CMBV) und die Reiterinnen der Reitakademie von Versailles bei zwei Aufführungen am 10. und 13. Mai ihre jeweiligen Künste rund um die kleinen Motetten von Nicolas Bernier vereint. Unter der Leitung von Clément Buonomo wurden drei Motetten in einer neuartigen Form aufgeführt, die Gesang und Choreografie verband und an der Schnittstelle zwischen Musik und Reitkunst angesiedelt war.

Mit Clément Buonomo, Les Écuyères de l’Académie équestre de Versailles, und Les Pages du Centre de musique baroque de Versailles.

© NCEM

Beverley: Wunder und Geheimnisse mit den Tallis Scholars

Beim Beverley & East Riding Early Music Festival (Großbritannien) präsentierten die Tallis Scholars das Konzert „Miracles et Mystères“ mit einem abwechslungsreichen Programm rund um das Leben Christi, von Tomás Luis de Victoria und Thomas Tallis bis hin zu Arvo Pärt und seinem „Tribute for Caesar“. Neben ihnen standen bei diesem Festival auch die Ensembles Près de Votre Oreille von Robin Pharo, Rune, Bellot, The Telling und Pseudonym auf dem Programm.

Mit The Tallis Scholars.

© Paul Marc Mitchell

Greenwich: Dido und Aeneas mit dem Monteverdi Choir & Orchestra

Im Royal Museum in Greenwich, unter dem Rumpf der legendären Cutty Sark, wurde „Dido und Aeneas“ dank des Monteverdi Choir & Orchestra unter der Leitung von Jonathan Sells so lebendig wie nie zuvor. Die Inszenierung von Andrew Staples nutzt das Schiff treffend als Symbol für den Verlust und das Schicksal des Aeneas und sorgte an zwei Abenden in Folge für ein ausverkauftes Haus.

Mit Jonathan Sells, Andrew Staples, die English Baroque Soloists und die Monteverdi Choir & Orchestra.

© _Ppo_

Paris : Hip Baroque Choc mit le Concert de la Loge

Im Institut du Monde Arabe in Paris teilten sich Julien Chauvin und sein Ensemble „Le Concert de la Loge“ die Bühne mit über 200 Jugendlichen aus sieben verschiedenen Berufsschulen für ein mitreißendes Konzert. Als Ergebnis einer Zusammenarbeit zwischen Künstlern und Schülern verschiedener berufsbildender Fachrichtungen im Großraum Paris verband diese Inszenierung das Barockrepertoire von Vivaldi, Rameau und Lully mit Hip-Hop-Tanz, Gesang, Rezitation, Percussion und angewandter Kunst.

Mit John Degois, Samuel Florimond, Benjamin Paget, Mourad Messaoud, Valentin Nguyen, Florent Micflow, Tami Troman, Julien Chauvin und Le Concert de la Loge.

© Susanne Freytag

Göttingen: Bruno de Sá & Dorothee Oberlinger beim Händel-Festival

Mit „Baroque Influencers“ präsentierten der Sopranist Bruno de Sá, Dorothee Oberlinger und ihr Ensemble 1700 beim Händel-Festival in Göttingen einen Abend, der den barocken Opernarien gewidmet war, die im Rahmen der Academia dell’Arcadia entstanden waren. Dieser Kreis römischer Künstler vereinte Dichter, Komponisten und Musiker aus dem Umfeld der Königin Christina von Schweden, darunter Alessandro Scarlatti, Giovanni Battista Bononcini, Arcangelo Corelli und natürlich Händel selbst.

Mit Bruno de Sá, Dorothee Oberlinger und dem Ensemble 1700.