Junge Talente

Thomas Fields: „… die Möglichkeiten meines Instruments sind für mich wie ein Traum …“ 

→Der aus den USA stammende Gambist Thomas Fields gewann Ende März den 1. Preis beim Internationalen Telemann-Wettbewerb in Magdeburg. Vielleicht auch, weil er eine ganz besondere Beziehung zu seinem Instrument hat … 

Thomas Fields: „… die Möglichkeiten meines Instruments sind für mich wie ein Traum …“ 
© Jannis Dirksen

Als Kind begann er mit dem Cello – ohne je zu ahnen, dass er eines Tages Berufsmusiker werden würde. Es brauchte Zeit, einen Instrumentenwechsel und sogar einen Kontinentwechsel, bis Thomas Fields tatsächlich so weit war. 

Thomas, wie war es für Sie, zum Gewinner des Telemann-Wettbewerbs gekürt zu werden? 

Thomas Fields: Es ist eine riesige Ehre, wenn die eigene Arbeit so gut ankommt! Und es war – ich will nicht sagen überraschend, als hätte ich es nicht für möglich gehalten –, natürlich ist das Ziel, sein Bestes zu geben. Nur: In einem Wettbewerb kann so viel passieren, da gibt es so viele Variablen, man weiß nie, wie es aufgenommen wird. Ich bin einfach nur dankbar und demütig gegenüber dieser ganzen Erfahrung. 

Erzählen Sie ein bisschen davon, wie Sie aufgewachsen sind und zur Musik gefunden haben. 

T.F.: Ich komme nicht aus einer besonders musikalischen Familie – aus Minnesota übrigens –, keine Berufsmusiker, nicht mal viele Hobbymusiker. Aber meine Geschwister und ich haben von klein auf Musik gemacht: Ich hatte Cellounterricht, meine Geschwister spielten andere Instrumente. Irgendwie bin ich einfach dabei geblieben. 

Als es dann darum ging, wie es nach der Schule für mich weitergehen sollte, habe ich mich für Musik entschieden – einfach, weil ich es wirklich liebte, Musik zu machen, und sehen wollte, wohin es mich führt. 

Meine Familie war immer sehr unterstützend, aber es ist bis heute für sie ein kleines Wunder, was ich da eigentlich mache, weil es doch sehr anders ist als das, was alle anderen in der Familie tun. Besonders als ich später sagte, dass ich Viola da gamba spielen und mich ganz darauf spezialisieren will – das war für sie völlig fremd. Ich muss ihnen immer wieder erklären, was das überhaupt ist. Aber es macht auch Spaß! 

Ich vermute, in den USA ist bis heute nicht so selbstverständlich klar, was eine Viola da gamba ist? 

T.F.: Ganz ehrlich: Selbst hier in Europa, wo ich inzwischen lebe, ist es nicht immer selbstverständlich. Aber ja – ich wünsche mir oft, ich hätte schon als Kind damit anfangen können. Ich bin manchmal ein bisschen neidisch auf die Leute, die hier in Europa schon seit ihrer Kindheit Gambe spielen. 

Angel

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