Das Jeune Orchestre Baroque Européen (JOBE) wurde vom Ensemble ‚Les Ombres‘ und dem Festival ‚Nuits Musicales d’Uzès‘ als Förderprojekt gegründet, um jungen Talenten ein Eintauchen in die historische Aufführungspraxis zu ermöglichen. Unter der Leitung von Sylvain Sartre, dem französischen Flötisten und Dirigenten von ‚Les Ombres‘, kommen hierfür jedes Jahr junge europäische Instrumentalisten zusammen, um ihre Praxis auf historischen Instrumenten zu perfektionieren. Sein Ziel: die Lebendigkeit der Alten Musik zu offenbaren und gleichzeitig die neue Generation von Barockmusikern auszubilden. Nach der Zarzuela „Los Elementos“ von Antonio de Literes im Jahr 2025 stand in diesem Jahr „Dido und Aeneas“ von Purcell als neue Inszenierung auf dem Programm des JOBE. Diese Produktion, die von Sylvain Sartre zusammen mit einem Team aus „Coaches“, Instrumentalisten und Sängern im Rahmen einer Residenz bei den „Nuits Musicales d’Uzès“ Mitte Juli vorbereitet wurde, bot diesen jungen Künstlern die Gelegenheit, ihre Ausbildung auf vorteilhafte Weise zu vervollkommnen.
Uzès – eine Talentschmiede für junge Barockmusiker
Unweit des berühmten Pont du Gard in Südfrankreich besticht die Kleinstadt Uzès, im 16. Jahrhundert das älteste Herzogtum Frankreichs, durch ihr reiches architektonisches Erbe. Seit Kurzem zieht zudem eine neu eingeweihte kulturelle Einrichtung die Blicke auf sich: die „Ombrière“ – Pays d’Uzès“, ausgestattet mit dem großzügigen Veranstaltungsraum „La Fabrique“ und dem intimen Probenstudio „Le Labo“. In diesen Räumlichkeiten war Uzès Mitte Juli während der „Nuits Musicales“ erneut Gastgeber für die Residenz des Jeune Orchestre Baroque Européen (JOBE) und die Einstudierung von „Dido und Aeneas“ unter der Leitung von Sylvain Sartre. Dieser von konzentrierter Ruhe geprägte Rahmen bot dem JOBE, einer nach der Corona-Pandemie ins Leben gerufenen Initiative zur beruflichen Förderung junger Musiker und Sänger, einen idealen Ort für musikalische Forschung und Wissensvermittlung. Die Generation von Margaux Blanchard und Sylvain Sartre, den künstlerischen Leitern des Ensembles „Les Ombres“, hat noch den großen Reichtum von Akademien wie jener in Ambronay unter William Christie oder Hervé Niquet kennengelernt. Nach Ansicht der beiden Musiker war es nun dringend an der Zeit, auch der heutigen Generation von Bachelor- und Masterstudierenden eine erste orchester- und opernmusikalische Praxis zu ermöglichen. Entstanden ist eine echte Talentschmiede, die sich auf erfahrene Profis stützt, welche ihr Wissen weitergeben. Auf diese Weise wachsen im Laufe der Projekte dauerhafte musikalische Verbindungen. Während die erste Arbeitsphase noch rein instrumental ausgerichtet war, bezogen die folgenden Produktionen sehr schnell auch den Gesang mit ein.
Sechzehn europäische Künstler stellen sich der Bühne
Um den hohen Erwartungen an den Eröffnungsabend der „Nuits Musicales“ gerecht zu werden, haben die jungen Musiker kurz vor ihrem Berufseinstieg keine Mühe gescheut und ihr ganzes Talent eingebracht. Die sechzehn Nachwuchskünstler aus Frankreich, Deutschland, Russland, Spanien und England wurden aus über vierhundert Bewerbungen ausgewählt. Sie kommen von acht renommierten europäischen Konservatorien und Hochschulen: dem Conservatoire National Supérieur de Musique et de Danse (CNSMD) in Paris und Lyon, der Schola Cantorum Basel, dem Königlichen Konservatorium Den Haag, der ESMUC in Barcelona, der Universität der Künste Berlin, dem Conservatoire à rayonnement régional (CRR) in Paris, dem Centre de musique baroque de Versailles (CMBV) sowie der Maîtrise Notre-Dame de Paris. Anschließend reisen sie weiter zum Festival von Sylvanès, um dort dieselbe Produktion zu präsentieren. Diese wertvolle Erfahrung in einer anderen Akustik und vor einem neuen Publikum wird ihren Werdegang bereichern und der anspruchsvollen Partitur frischen Schwung verleihen. Für viele von ihnen ist diese zweifache Station ein echtes Sprungbrett ins Berufsleben: Sie erlaubt ihnen, ihr Spiel an unterschiedliche szenische und architektonische Gegebenheiten anzupassen – und genau diese Vielseitigkeit verlangt der Beruf des reisenden Barockmusikers.
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