Mateo Flecha „el Viejo“ („der Ältere“), Komponist und Kapellmeister der Kathedrale von Valencia (Spanien) im 16. Jahrhundert, war auch ein Meister der Ensaladas, weltlicher Vokalkompositionen in der Art eines Quodlibets. Die Musikwissenschaftlerin Maricarmen Gómez erzählt uns die Geschichte dieses Komponisten, während das spanische Ensemble Cantoría die Ensaladas in einer Reihe von Konzerten in ganz Europa wieder zum Leben erweckt.
Wer war Mateo Flecha der Ältere?
Als würdiger Nachfolger von Juan del Encina, einem Dichter, Komponisten und dem ersten bedeutenden Dramatiker in der Geschichte des spanischen Theaters, gehörte Mateo Flecha (v. 1481-1553?) trotz seines Status als Kleriker zu dem engen Kreis spanischer Renaissancekomponisten, die sich vor allem durch ihre Werke in der Volkssprache und weniger durch ihre Sakralwerke in Latein auszeichneten. Der Verlauf seiner Karriere bleibt relativ vage, bis er 1526 zum Kapellmeister der Kathedrale von Valencia ernannt wurde, genau zu dem Zeitpunkt, als die Herzöge von Kalabrien, Ferdinand von Aragon und Germaine de Foix, die Witwe von Ferdinand I. dem Katholischen, sich als Vizekönige des Königreichs in der Stadt niederließen.

In der Renaissance war es in Spanien üblich, dass Kapellmeister und andere Musiker, die im Dienste religiöser Institutionen standen, außerhalb des liturgischen Repertoires Villancicos komponierten. Diese Lieder, sowohl geistliche als auch weltliche, erfreuten sich großer Beliebtheit und folgten den von der franko-flämischen Schule übernommenen Vorbildern, die oft durch eine mittelalterlich anmutende Homophonie geprägt waren. Flecha bildete hier keine Ausnahme. Die ersten Werke, die ihm zugeschrieben werden, sind acht weltliche Villancicos, einige mit schelmischem Tonfall, andere weihnachtlich und mit der Besonderheit, dass sowohl der Text als auch die Musik vom Komponisten selbst geschrieben wurden – eine Tradition, die mit ihm praktisch verschwinden sollte.
Leidenschaftlich an alter Musik interessiert und möchten Sie diesen nur für Abonnenten zugänglichen Artikel lesen?
Wenn Sie noch kein Abonnent sind, treten Sie der internationalen Total Baroque-Community bei. Abonnieren Sie hier ab 5,00€.
AbonnierenWenn Sie bereits Abonnent sind, melden Sie sich an.
Ich melde mich an


Sie müssen eingeloggt sein, um Kommentare abgeben zu können.
Anmelden