Als Martin Wåhlberg und seine Freunde das Trondheims Baroque Festival im Jahr 2013 ins Leben riefen, mochte dies wie ein gewagtes Unterfangen wirken. Zwar kann die Stadt Trondheim auf eine reiche musikalische Vergangenheit zurückblicken, doch spielte die Barockmusik im Interesse des klassischen Konzertpublikums damals nur eine untergeordnete Rolle. Wåhlberg, der sein eigenes Barockensemble Orkester Nord, gründete, ging diesen Weg mit Geduld und Ausdauer: Er diversifizierte nach und nach die Programme und präsentierte dem Publikum oft vergessene Werke aus jenen Ländern, in denen die Barockmusik einst ihre Blütezeit erlebte.
Trondheim: Eine Stadt des Nordens mit warmem Herzen
Einst die Hauptstadt Norwegens, ist Trondheim heute mit rund 200.000 Einwohnern nach Oslo und Bergen die drittgrößte Stadt des Landes. Sie liegt im mittleren Westen an einem bedeutenden Fjord, genau dort, wo der Fluss Nidelva mündet. Auch wenn Trondheim unter ozeanischem Einfluss steht, können die Wintertemperaturen – wie während meines Aufenthalts – auf bis zu –20 °C sinken. Der reichliche Schnee verleiht der Stadt und ihrer Umgebung eine wohltuend beruhigende Atmosphäre. Der berühmte Küstenexpress Hurtigruten macht im Hafen von Trondheim Station, zudem verfügt die Stadt über einen internationalen Flughafen.
Während hochwertige zeitgenössische Architektur in der Stadt einen festen Platz einnimmt, hat Trondheim an den Ufern der Nidelva seine herrlichen, typisch bunten Holzhäuser bewahrt. Das historische Zentrum wird von der spektakulären Nidaros-Kathedrale dominiert, einem Hauptwerk der norwegischen Gotik und bedeutendem Pilgerziel. Diese nördlichste Kathedrale Europas dient noch heute als Kulisse für die Krönung der norwegischen Könige – Harald V. seit 1991 – und bewahrt in ihrem Museum die Kronjuwelen sowie die Krönungsgewänder auf.
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