Die Prachtentfaltung der europäischen Fürstenhöfe des 18. Jahrhunderts äußerte sich nicht zuletzt in deren Musikkultur; wer was auf sich hielt und zeigen wollte, dass sein Hof eine führende Stellung im Spiel um die Vormacht innehatte, investierte in herausragende Musikerpersönlichkeiten; denn schließlich war es das kulturelle Leben, mit dem man sich außerhalb der eigenen Grenzen Gehör verschaffen konnte. Neben Wien, London, Paris, Rom, Neapel und Venedig zählte in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts vor allem Dresden zu den musikalischen Zentren des Abendlandes. Diese besondere Stellung verdankte die Stadt an der Elbe dem eifrigen Betreiben Augusts des Starken, der neben seinem Amt als Kurfürst von Sachsen ab 1697 auch den Titel des Königs von Polen trug und Dresden und Warschau zu den illustresten und prunkvollsten Höfen ausbauen wollte – um vor allem mit Schönbrunn und Versailles in Konkurrenz treten zu können. Im Zuge dieser Bestrebungen schröpfte er die finanziellen Ressourcen seiner Länder und schuf eine Prunkstadt, die bald den Beinamen „Elbflorenz“ erhalten sollte. Zudem erweiterte er auch die Kurfürstlich-Sächsische und Königlich-Polnische Kapelle, die bis heute als Sächsische Staatskapelle zu den führenden und traditionsreichsten Klangkörpern der Welt zählt. Als August der Starke 1733 starb, hinterließ er seinem Sohn Kurfürst August II. (bzw. August III. von Polen) eine Musikkultur von Weltrang, die dieser bis zum Ausbruch des Siebenjährigen Krieges 1756 fortsetzen konnte.

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