Lassen Sie sich nicht täuschen: Er hat zwar ein ausgeprägtes Faible für Mode und über 180.000 Follower auf Instagram, aber der männliche Sopranist Samuel Mariño ist in erster Linie einer der aufregendsten jungen Sänger der Gegenwart. Ein Porträt.
Der Sänger gibt gerne zu, dass seine Idole Britney Spears, Beyoncé und Lady Gaga sind. Und als er sie genauer betrachtete, fragte er sich, warum nicht auch die Oper die Mode so nutzen könnte, wie es diese Popstars tun. Das Ergebnis: Er reist mit mindestens vier Koffern voller Glitzer, auffälligem Vintage-Schmuck und sehr hohen Absätzen. Auf der Bühne trägt er genreübergreifende Anzüge von Tüll bis Leder, und während seiner Konzerte kann man in der Regel zwei bis drei Outfitwechsel erwarten. Alles in allem will Samuel Mariño eine echte Show präsentiere. Für das spektakuläre Cover des Albums Sopranista trug er einen extravaganten Jumpsuit/Cape von Vivienne Westwood mit Plateauschuhen. Er ist zweifellos der Popstar der Oper und hat über 180.000 treue Abonnenten auf Instagram. „Ich denke, dass die Art und Weise, wie man sich kleidet, eine politische Botschaft vermittelt. Wenn ich mit dieser Kleidung vor einem Publikum stehe, spüre ich sowohl ein Gefühl der Macht als auch ein Gefühl der Angst, weil es keine Sicherheit gibt und die aktuelle politische Lage in der Welt nicht hilfreich ist. Aber wie ich immer sage: Kein Risiko, kein Spaß!“ Und nicht zu vergessen: das wichtigste Mitglied seiner Entourage – Leia, seine geliebte Cavalier King Charles Spaniel-Hündin, Mariños treueste Reisebegleiterin.
„Meine Stimme ist meine Persönlichkeit“
Der Sänger wird mit dem Barockorchester Tafelmusik in Toronto (23.-25. Mai) auftreten, seinem einzigen Auftritt in Nordamerika, bevor er im Sommer in Europa Konzerte geben wird. Es wird seine zweite Zusammenarbeit mit dem Orchester sein. Sein erster Auftritt hatte so viel Begeisterung ausgelöst, dass Tafelmusik ihn prompt wieder einlud.
Mariño ist zweifellos ein glänzendes Talent. Wenn man seine Stimme beschreibt, fallen Worte wie beweglich, fokussiert, hell, kristallklar, vielseitig – und ganz entscheidend: manchmal zart und fein, aber auch fähig, eine Reihe schwindelerregender Noten mit unglaublicher Geschwindigkeit und Präzision hervorzubringen. Musikkritiker verweisen oft auf seine enorme Kontrolle, seinen atemberaubenden Stimmumfang im Sopran, seine beeindruckende Koloraturtechnik und seine außergewöhnlichen technischen Fähigkeiten. Mariño selbst beschreibt sich als „leichter lyrischer Sopran“ – was eigentlich nur ungenügend widerspiegelt, wie viel Volumen er bei Bedarf entfalten kann. Er hat auch einmal erklärt, dass ein Sänger eine unverwechselbare Stimme entwickeln müsse – sonst gebe es keine Karriere, wenn man wie alle anderen klinge. „Meine Stimme ist meine Persönlichkeit“, sagt er.
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