Händels Floridante feiert einen Erfolg bei Bayreuth Baroque
Bei Bayreuth Baroque feierte Händels selten gespielte Oper Floridante einen Erfolg bei Publikum und Kritik. Max Emanuel Cencics Inszenierung, die die Handlung in ein düsteres englisches Herrenhaus verlegt und Oronte in einen räuberischen Tyrannen verwandelt, wird von der Kritik für ihre theatralische Kraft und ihre Thriller-Atmosphäre gelobt. Auch die musikalische Interpretation findet einhellige Anerkennung: Markellos Chryssicos und das Wrocław Baroque Orchestra werden für ihre Geschmeidigkeit, Energie und feinen Klangfarben gewürdigt. Cencic gestaltet einen noblen und klug gesungenen Floridante, Sonja Runje eine besonders ausdrucksstarke und bewegliche Elmira. Eva Zalenga besticht mit einer glänzenden Rossane, während Bruno de Sá mit seinen Höhen, seiner Agilität und seiner Bühnenpräsenz beeindruckt. Mehrere Kritiker heben hervor, dass diese Wiederentdeckung zeigt, wie sehr Floridante, lange von Händels berühmteren Opern überschattet, einen regelmäßigeren Platz im Repertoire verdient. Und die Süddeutsche Zeitung resümiert: Bayreuth Baroque bleibt seinem Entdeckergeist treu.
Mit Max Emanuel Cencic, Sonja Runje, Eva Zalenga, Bruno de Sá, dem Wrocław Baroque Orchestra und Markellos Chryssicos.

Vox Luminis beim Abschlusskonzert in Utrecht
Das Abschlusskonzert des Festival Oude Muziek Utrecht 2026 am Sonntag, dem 6. September, bestritt Vox Luminis in der außergewöhnlich großen Besetzung Vox Luminis XL unter der Leitung von Lionel Meunier. Höhepunkt des besonders spektakulären Programms war Thomas Tallis’ vierzigstimmige Motette Spem in alium, ganz im Einklang mit dem Festivalthema 2026 „Giving Voice“. Neben Tallis standen drei weitere große Werke der englischen und italienischen Polyphonie auf dem Programm: Thomas Morleys Funeral Sentences, Alessandro Striggios Ecce beatam lucem, ebenfalls für eine außergewöhnlich große Vokalbesetzung konzipiert, und John Sheppards Media vita in morte sumus. Ein weiteres Konzert dieses Abschlusstages bestritten Céline Scheen und das Ensemble Castelkorn, Ensemble in Residence des Festivals, mit dem Programm Soave devozione.
Mit Céline Scheen, dem Ensemble Castelkorn, Vox Luminis und Lionel Meunier.

Micrologus präsentiert in Rimini (Italien) unbekannte Musik aus der San-Gaudenzo-Handschrift
Im Teatro Galli in Rimini präsentierte das Ensemble Micrologus im Rahmen der 77. Ausgabe der Sagra Musicale Malatestiana ein Konzert unter dem Titel „Soave odor per l’universo spande“ mit bislang unbekannter Musik des 14. Jahrhunderts aus der Handschrift San Gaudenzo III. Von der Existenz dieser mit dem Hof der Malatesta verbundenen Liedersammlung wusste man nichts, bis kürzlich entdeckt wurde, dass die wertvolle Musikhandschrift auseinandergetrennt und in zahlreiche Streifen geschnitten worden war, um ein Rechnungsbuch des heute nicht mehr existierenden Klosters San Gaudenzo zu verstärken. Durch Restaurierung und Digitalisierung konnte diese neue Quelle der italienischen Ars Nova rekonstruiert werden. Der poetische Titel des Konzerts stammt aus einer anonymen dreistimmigen Ballata, die zusammen mit den übrigen unbekannten Werken erklang. Darunter befand sich auch „Né te né altra vogl’i’ amar giammai“ von Francesco Landini, dem berühmtesten Komponisten seiner Zeit, von dem bislang nur der Text, nicht aber die Musik bekannt war. Die hohen Erwartungen, die diese außergewöhnliche Entdeckung geweckt hatte, wurden dank der Erfahrung erfüllt, die Micrologus in mehr als vierzig Jahren gesammelt hat. Das Ensemble hat wesentlich dazu beigetragen, den „dolce stil novo“ der italienischen Ars Nova bekannt zu machen, und erhielt nun das Privileg, diesen kleinen musikalischen Schatz erstmals zu präsentieren.
Mit dem ensemble Micrologus.

La Capriola gewinnt den Van-Wassenaer-Wettbewerb
Erster Preis der Jury für das französische Ensemble La Capriola – Martin Billé, Charlotte Ger, Camille Fritsch, Elizabeth Sommers und Dorine Lepeltier-Kovács – beim Internationalen Van-Wassenaer-Wettbewerb im Rahmen des Festival Oude Muziek Utrecht, einem der weltweit bedeutendsten Festivals für Alte Musik. Das Finale des Wettbewerbs kann hier angesehen werden.
Mit La Capriola.

Berlin: Dowland und die Zukunft der Melancholie beim KALIT Festival 2026
Wie jedes Jahr gegen Ende des Sommers nahm das KALIT Musik- und Literaturfestival für ein Wochenende das Gutshaus Friedenfelde nördlich von Berlin in Besitz. Das von Wolfgang Katschner und Christian Filips konzipierte Programm stand unter dem Motto „The Future of Melancholy“, anlässlich des 400. Todestages von John Dowland. Statt einer konventionellen Gedenkveranstaltung stellte KALIT Dowland jedoch Purcell, den Beatles, zeitgenössischer Musik, Improvisation und Literatur gegenüber. Mit dabei waren unter anderem Sophie Rois, Monika Rinck, die lautten compagney, Capella Angelica, Ensemble Quillo, das junge KALIT Ensemble für Alte Musik Brandenburg und Studierende der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch. Am Sonntag führte A Melancholic Walk auf einem dreistündigen Parcours mit Konzerten und Lesungen durch die Welt Dowlands und seiner Zeitgenossen.
Mit der lautten compagney BERLIN, Capella Angelica, Ensemble Quillo und dem KALIT Ensemble für Alte Musik Brandenburg.

Arcangelo beschließt das Gstaad Menuhin Festival
Zum Abschluss der 70. Ausgabe des Gstaad Menuhin Festival führte das von seinem Gründer Jonathan Cohen geleitete Ensemble Arcangelo in der historischen Kirche von Saanen Johann Sebastian Bachs h-Moll-Messe auf. Als Solisten wirkten Jeanine De Bique, Eva Zaïcik, Hugh Cutting, Nick Pritchard und Florian Störtz mit. Die Ausgabe 2026 unter dem Motto „Family Matters“ war die erste unter der künstlerischen Leitung des Geigers Daniel Hope.
Mit Jeanine De Bique, Eva Zaïcik, Hugh Cutting, Nick Pritchard, Florian Störtz, Arcangelo und Jonathan Cohen.


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