Die 6 Festivals werden in der Reihenfolge ihres Beginns von Juni bis September vorgestellt. Die folgende Übersicht listet sie auf und ermöglicht den direkten Zugriff auf die jeweiligen Veranstaltungsseiten, auf denen Sie Termine, Veranstaltungsorte, Künstler und die wichtigsten Höhepunkte finden. Einen schönen Sommer voller Musik!

Inhaltsverzeichnis
Juni
August
September
August
BELGIEN
26. Juni – 11. Juli – Festival de musique de Namur
Das Musikfestival von Namur

„Voyage, Voyage“
Vom 26. Juni bis zum 11. Juli 2026
Das Musikfestival von Namur 2026 präsentiert seine 63.. Ausgabe unter dem Motto „Voyage, Voyage“: eine Reise ohne Zeitverschiebung, auf der man sich frei zwischen Stilen, Epochen und Formen bewegt. Das Festival beginnt logischerweise mit dem Barock, denn dort ist alles im Fluss. In Rom eröffnen Leonardo García-Alarcón, der Chœur de Chambre de Namur und die Cappella Mediterranea das Festival mit Werken von Luigi Rossi, Alessandro Scarlatti, Gregorio Allegri und Giovanni Giorgi. Es ist eine Karwoche, erlebt als innere Dramaturgie: angespannt, konzentriert und ohne überflüssiges Beiwerk. In Paris wechselt der Barock die Größenordnung, nicht aber die Intensität, mit „Actéon“ von Marc-Antoine Charpentier, interpretiert von Scherzi Musicali unter der Leitung von Nicolas Achten. In Venedig erkundet „Salve Regina“ eine andere Facette des Barocks: die der besungenen Tränen. Vivaldi, Pergolesi, Scarlatti, Händel und Ferrandini, interpretiert von Coline Dutilleul und dem Ensemble Clematis, verwandeln den Schmerz in Form. In Lissabon erinnern die Concerti grossi von António Pereira da Costa, dargeboten vom Ensemble Bonne Corde und Diana Vinagre, daran, dass der portugiesische Barock alles andere als nebensächlich ist.
Offizielle Website: www.festivalmusicaldenamur.be
31. Juli – 9. August – MA Festival Brügge
MA Festival Brügge

„Taking old sounds to new places“
Vom 31. Juli bis 9. August 2026
Mit einer neuen Ausgabe des MA Festivals, dem Nachfolger des renommierten, in den 1960er Jahren ins Leben gerufenen Festivals Musica Antiqua, wird Brügge wieder zu einer der europäischen Hauptstädte der Alten Musik. Das im Herzen einer der am besten erhaltenen mittelalterlichen Städte Europas angesiedelte belgische Festival verkörpert weiterhin ein einzigartiges Modell: das eines Treffpunkts, an dem historische Forschung, künstlerisches Experimentieren und die junge Generation in ständigem Dialog stehen. Die Ausgabe 2026 wird mehrere große Persönlichkeiten der internationalen Barockszene zusammenbringen. Den Auftakt bildet Il Pomo d’Oro mit einem Wolfgang Amadeus Mozart gewidmeten Programm, dem eine zeitgenössische Uraufführung des belgischen Komponisten Siebe Thijs vorausgeht. Ebenfalls auf dem Programm stehen Vox Luminis, der Cembalist Jean Rondeau, die Pianistin Jiaxin Min, das Ensemble Postscript und Elisabeth Hetherington sowie The BanXhies. Ebenfalls hervorzuheben Le Consort, Cairn und Salomé Gasselin mit einem Programm, das Henry Purcell und Keith Jarrett vereint, sowie mehrere junge Ensembles der neuen europäischen Generation der Alten Musik. Wie jedes Jahr finden die Konzerte an mehreren symbolträchtigen Orten in Brügge statt, darunter das Concertgebouw, historische Kirchen der Stadt, der Belfried oder die Abtei Ter Doest in Lissewege. Dieses Wechselspiel zwischen architektonischem Erbe und Musik ist ein wesentlicher Bestandteil der Identität des Festivals. Das MA Festival bleibt auch dank der MA Competition, einem traditionsreichen internationalen Wettbewerb, dessen Finale am 6. August stattfindet, ein wichtiger Ort der Wissensvermittlung. Meisterkurse, Fachtreffen und Programme für junge Künstler runden die Ausgabe 2026 ab, die Brügge als einen der großen europäischen Knotenpunkte für zeitgenössische Alte Musik bestätigt.
Offizielle Website: www.mafestival.be
21. August – 29. August – Laus Polyphoniae
Laus Polyphoniae (Antwerpen)

„Meerstemmig Europa ca. 1600“
Vom 21. bis 29. August 2026
Ab dem 21. August findet in Antwerpen eine neue Ausgabe von Laus Polyphoniae statt, dem wohl weltweit größten Festival für die Polyphonie des Mittelalters und der Renaissance. Seit 1994 von AMUZ organisiert, hat sich diese Veranstaltung zu einem der wichtigsten europäischen Zentren für Alte Musik entwickelt, an der Schnittstelle von Konzert, musikwissenschaftlicher Forschung und Vermittlung. Die Ausgabe 2026 steht unter dem Motto „Meerstemmig Europa ca. 1600“, was man treffend mit „Polyphones Europa um 1600“ übersetzen könnte. Das Festival untersucht die vielfältigen musikalischen Strömungen, die Europa an der Wende zum 17. Jahrhundert prägten: italienische Einflüsse, franko-flämische Traditionen sowie das iberische oder englische Erbe entfalten sich hier in einer Epoche, die von tiefgreifenden religiösen und ästhetischen Umwälzungen gezeichnet war. Unter den gotischen Gewölben flämischer Kirchen, im prachtvollen Barocksaal von AMUZ und in den alten Kaufmannspalästen Antwerpens vereint das Programm einige der weltweit versiertesten Vokalensembles. Mit dabei sind insbesondere das Collegium Vocale Gent, Vox Luminis, das Huelgas Ensemble, Stile Antico, The Gesualdo Six, New York Polyphony sowie der Tenor und Lautenist Paul O’Dette. Zu den weiteren Gästen zählen Tenebrae, das Ensemble Irini, Scherzi Musicali, die Cappella Mariana und das Utopia Ensemble. Ebenfalls erwähnenswert: die International Young Artist’s Presentation (IYAP), ein echtes Schaufenster für die junge europäische Barockgeneration. Die Ensembles Ossian’s Dream, Pampinea, Il Concerto Intempestivo, Primo Getto, Trio Turbulences und KIMA werden dort ihre ersten professionellen Programme präsentieren. Über die Konzerte hinaus bleibt Laus Polyphoniae seiner intellektuellen und kulturhistorischen Berufung treu: Vorträge, Workshops, eine Summer School mit der Cappella Pratensis, musikwissenschaftliche Einführungen und der Dialog mit den historischen Stätten Antwerpens sind fester Bestandteil des Erlebnisses.
Offizielle Website: www.amuz.be
4. September – 11. Oktober – Les Nuits de Septembre
Die Septembernächte (Lüttich)

„Voyages“
Vom 4. September bis zum 11. Oktober 2026
In Lüttich widmet sich das Festival für Alte Musik „Les Nuits de Septembre“ bei seiner 69. Ausgabe vom 4. September bis zum 11. Oktober in elf Konzerten dem Thema „Reisen“. Vom barocken Skandinavien über das mittelalterliche Neapel und die osmanische Türkei bis hin zum Südamerika der Renaissance erkundet das Festival die Wanderungen von Künstlern, historische Seewege und kulturelle Verflechtungen. All diese Pfade zeigen, wie sehr die Alte Musik eine Kunst in ständiger Bewegung bleibt, in der sich Vorstellungswelten unaufhörlich kreuzen und verwandeln. Diese zauberhafte Reise wird von herausragenden Interpreten getragen, sowohl etablierten als auch aufstrebenden: Lucile Richardot und das Ensemble Correspondances unter der Leitung von Sébastien Daucé, Rachel Podger, Micrologus, L’Arpeggiata, La Capriola, Lark’s Echoes, das Ensemble Danguy, Dialogos, Pierre Derhet und Maxime Melnik, das Makam Trio sowie das Ensemble Satellite.
Offizielle Website: www.lesnuitsdeseptembre.com
NIEDERLANDE
19. Juni – 21. Juni – Bachfestival Dordrecht
Bachfestival von Dordrecht

Vom 19. bis 21. Juni 2026
Mitte Juni feiert das Bachfestival Dordrecht 2026 sein zehnjähriges Bestehen. Wie gewohnt verwandelt die Veranstaltung drei Tage lang die Kirchen, Innenhöfe und historischen Stätten der ältesten Stadt der Niederlande in ein lebendiges musikalisches Laboratorium rund um Johann Sebastian Bach. Getreu dem Geist des Thomaskantors beschränkt sich das Festival keineswegs auf eine bloße Feier des architektonischen und musikalischen Kulturerbes: Bach wird hier vielmehr zum dynamischen Treffpunkt verschiedener Stile, Generationen und Ästhetiken. Das Programm 2026 spiegelt diese künstlerische Offenheit perfekt wider. Neben renommierten Größen der barocken Aufführungspraxis wie Rachel Podger, Ton Koopman, der Nederlandse Bachvereniging, dem Cembalisten Mahan Esfahani, Lucie Horsch oder dem Freiburger Barockorchester bietet das Festival auch faszinierende Grenzgänge wie den meditativen Jazz des Trompeters Avishai Cohen. Genau diese seltene Gabe, Tradition und Moderne in einen fruchtbaren Dialog zu bringen, macht die Einzigartigkeit von Dordrecht aus. Auch die historische Kulisse spielt eine wesentliche Rolle für das Gesamterlebnis. Zwischen der majestätischen Grote Kerk, den idyllischen Kanälen und den alten Kaufmannshäusern entfaltet Dordrecht einen ganz eigenen, exklusiven Rahmen. Diese besondere Atmosphäre prägt den Charme eines Festivals, welches das bewusste Zuhören, die spürbare Nähe und den inspirierenden Austausch zwischen den Konzertbesuchern ganz bewusst in den Vordergrund stellt.
Offizielle Website: www.bachfestivaldordrecht.nl
28. August – 6. September – Festival Oude Muziek Utrecht
Festival für Alte Musik Utrecht

„Giving Voice“
Vom 28. August bis zum 6. September 2026
Das Festival Oude Muziek Utrecht feiert vom 28. August bis zum 6. September seine 45. Ausgabe und untermauert damit erneut seinen Status als weltweit größtes Festival für Alte Musik. Zehn Tage lang wird Utrecht zum wahren europäischen Zentrum für die Musik des Mittelalters, der Renaissance und des Barock, mit über zweihundert Konzerten, Vorträgen, Workshops und Veranstaltungen, die über die ganze Stadt verteilt stattfinden. Das Thema 2026, „Giving Voice“, umfasst alle Formen der menschlichen Stimme, vom gregorianischen Gesang bis zur Barockoper, von den mittelalterlichen Troubadouren bis zu den monumentalen Polyphonien der Renaissance. Zu den Gästen des Festivals zählen insbesondere L’Arpeggiata und drei Countertenöre, Valer Sabadus, Arnaud Gluck und Alois Mühlbacher, unter der Leitung von Christina Pluhar. Auf dem Programm stehen wie jedes Jahr große Namen der Alten Musik: Le Concert Spirituel, Tenebrae Choir, Solazzo, La Tempête, Gli Angeli Genève, The Gabrieli Consort, Le Poème Harmonique, Correspondances, A Nocte Temporis oder auch Les Musiciens de Saint-Julien. Das Herzstück des Festivals bleibt der TivoliVredenburg-Komplex, doch die Konzerte finden auch in den gotischen Kirchen, Klöstern und historischen Stätten von Utrecht statt und schaffen so jene einzigartige Atmosphäre, für die das Festival seit über vierzig Jahren bekannt ist. Über die Konzerte hinaus ist Utrecht ein lebendiger Ort der Vermittlung und Entdeckung: Wettbewerbe für junge Ensembles, kostenlose Konzerte, musikwissenschaftliche Symposien, ein Markt für historische Instrumente und Meisterkurse tragen dazu bei, das Festival zu einem echten weltweiten Knotenpunkt der Alten Musik zu machen.
Offizielle Website: www.oudemuziek.nl


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