Veröffentlicht 2026, stellt Sechs Sonaten für zwei Flöten von Wilhelm Friedemann Bach eines der raffiniertesten und mutigsten Repertoires des 18. Jahrhunderts vor. Als ältester Sohn von Johann Sebastian Bach zeichnet sich Wilhelm Friedemann durch eine freiere, expressivere Schreibweise aus, in der formale Erfindungskraft auf eine fast vorromantische Sensibilität trifft. Diese Sonaten illustrieren perfekt seinen Geschmack für Experiment und stilistische Unabhängigkeit.
Die sechs Sonaten, komponiert für zwei Flöten ohne Basso Continuo, verlangen von den Interpreten außergewöhnliche technische Fertigkeit und ständige Aufmerksamkeit. Der musikalische Dialog ruht vollständig auf dem Zusammenspiel der beiden Instrumente, die abwechselnd als Partner, Rivalen oder gleichwertige Stimmen agieren – in einer dichten, teils virtuosen, stets ausdrucksstarken Schreibweise.
Eleonora Bišćević und Manuel Granatiero bieten eine Interpretation, die sowohl präzise als auch emotional lebendig ist. Ihre Darbietung betont die Klarheit der Linien, den kontrapunktischen Reichtum und die rhythmische Vitalität jeder Sonate, während die lyrischen und introspektiven Momente genügend Raum zum Atmen bekommen.
Lange Zeit im Schatten, werden diese Sonaten heute als Meilensteine des Flötenrepertoires anerkannt. Diese neue Veröffentlichung trägt zur Wiederentdeckung eines einzigartigen Komponisten bei, dessen Kühnheit und expressive Tiefe hier einen idealen Rahmen finden – zwischen barocker Strenge und musikalischer Freiheit.


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