Sie waren Komponistinnen

Anna Bon: Eine Musikerin im Herzen des Europas der Aufklärung

→Als Tochter einer Sängerin und eines Bühnenbildners führte Anna Bon, geboren 1738, gemeinsam mit ihren Eltern ein ungewöhnlich nomadisches Leben durch das musikalische Europa des 18. Jahrhunderts. Vom venezianischen Ospedale della Pietà über den Esterházy-Hof gelangte sie an die Höfe der Zarin in Sankt Petersburg und der Markgräfin von Bayreuth, beide lebendige Zentren musikalischen Lebens.

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Anna Bon: Eine Musikerin im Herzen des Europas der Aufklärung
Femme au masque – Attribué à Lorenzo Tiepolo (vers 1760) © Frascione Antiquario (Florence), Enrico Frascione

Während ihre Eltern am russischen Zarinnenhof von sich reden machten, wurde die Tochter Anna Bon (1738-nach 1767) am venezianischen Ospedale della Pietà erzogen. Herangewachsen, trat sie mit ihrer Mutter, einer berühmten Buffasängerin, und ihrem Vater, Bühnenarchitekt, Dichter und Musiker, an Höfen und in Städten des Heiligen Römischen Reiches deutscher Nation auf. Später beeinflusste die Familie anscheinend noch das frühe Opernschaffen Joseph Haydns

Andantino: Eltern im Zarenreich, Tochter in Venedig 

Die italienischen Komödianten – Antoine Watteau (um 1720) © Samuel H. Kress Collection, NGA

Ihre Tochter, Anna Giovanna Lucia, gaben sie inzwischen in Venedig mutmaßlich in die Obhut von Verwandten. Als sie 4 Jahre alt war, sollten Musikerinnen des Ospedale grande della Pietà das Mädchen unterweisen. Das Ospedale della Pietà war eines der vier großen Waisenhäuser, in denen – überwiegend weibliche – Zöglinge vor allem in Gesang und auf unterschiedlichsten Instrumenten ausgebildet wurden. Candida della Violla war die Lehrerin von Anna „Anneta“ Bon, seit Anfang März 1743. Wie ihr Name besagt, spielte und lehrte sie Viola (was seinerzeit an der Pietà übrigens auch das Violoncello meinen konnte), zudem spielte sie Chalumeau. Und sie war Sängerin. Von ihr konnte Anna Bon also einiges lernen – wiewohl die Schülerin später betonte: „[…] mentre essendo il mio Instrumento il Cembalo […]“ („[…]indem mein Instrument das Cembalo ist“). 

Angel

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