Man hält die Vier Jahreszeiten oft für unveränderlich, gleichsam in ihrem eigenen Erfolg erstarrt. Und doch verwandeln sie sich immer wieder im Kontakt mit jenen, die sie spielen. In einer Reihe von Stimmen heutiger Interpreten lässt dieses Dossier sehr unterschiedliche Beziehungen zu Vivaldis Werk hörbar werden: prägende Erinnerungen, überlieferte Gesten, genommene Freiheiten, bewusst zugelassene Zweifel, Erzählungen von Körpern und Sprachen. Für die einen sind die Vier Jahreszeiten eine auswendig gelernte Erzählung, für andere ein Experimentierfeld, ein Spielraum, mitunter gar ein ferner Kontinent. So viele Arten, dieses Werk zu bewohnen, zu verschieben – und daran zu erinnern, dass ein allgegenwärtiges Werk sich dennoch den Selbstverständlichkeiten widersetzt.

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