Valletta Baroque festival

In Malta, dem Treffpunkt der europäischen Musikszene im Januar

→Zum 14. Mal trifft sich Europas Musikwelt im Januar beim Valletta Baroque Festival auf Malta. Seltene Werke, Musiker aus aller Welt und ein hochkarätiges, internationales Publikum. Ein besonderes Ereignis prägt diesen Jahrgang: Die 1565 vom Großmeister des Malteserordens, Jean de La Valette gegründete Stadt präsentiert mit Pelopida von Girolamo Abos erstmals eine Oper in szenischer Aufführung.

In Malta, dem Treffpunkt der europäischen Musikszene im Januar

Als Kenneth Zammit-Tabona das Valletta Baroque Festival 2013 ins Leben rief, gab es auf der gesamten Insel – so erinnert sich der künstlerische Leiter – weder Theorbe noch Cembalo. Und das, obwohl der Barock in den Palästen, Schlössern und Häusern des alten Adels von Valletta und Umgebung allgegenwärtig ist. Heute hat sich das Bild gewandelt: Der Festivaltermin im Januar ist für europäische Ensembles zu einer festen Größe geworden. Im Zuge dieses Aufschwungs wurde das Valletta Baroque Ensemble gegründet, sowie der Chor Abos Project, benannt nach dem maltesischen Komponisten Girolamo Abos, dessen Oper Pelopida in diesem Jahr in szenischer Fassung gezeigt wird. Eine winterliche Spurensuche bei einem Festival des Südens.

Valletta: Ein barocker Treffpunkt in Europa

Die maltesische Frühlingssonne im Januar wird regelmäßig vom Winter zur Ordnung gerufen: Plötzliche Schauer, kalte Windböen, ein wechselhafter Himmel. Doch nichts davon kann das 14. Valletta Baroque Festival bremsen, das im Herzen der Stadt residiert, die einst nach der Großen Belagerung von 1565 vom französischen Großmeister Jean de Valette gegründet wurde.

Das Eröffnungskonzert findet in der imposanten St. John’s Co-Cathedral (Konkathedrale ) statt, einem barocken Schmuckstück mit einer Abfolge von Kapellen, von denen acht den verschiedenen „Zungen“ der Ritter des Johanniterordens gewidmet sind – darunter die Dreikönigskapelle (deutsch), die Katharinenkapelle (italienisch) und die Paulskapelle (französisch). Das fast 800 Plätze umfassende Kirchenschiff ist bis auf den letzten Platz gefüllt. Hier kreuzt sich das maltesische Publikum mit Besuchern aus Frankreich, Spanien, Italien und Korea. Am Pult leitet der italienische Dirigent Vincenzo Di Betta das römische Ensemble La Cantoria.

Die Konkathedrale St. Johannes in Valletta, ein barockes Meisterwerk des Malteserordens, besticht durch ihre prächtige Ausstattung mit vielfarbigem Marmor, Seitenkapellen und monumentalen Fresken. © © Elisa von Brockdorff

Der künstlerische Leiter Kenneth Zammit-Tabona bekräftigt: „Die Barockmusik entstand in einer Zeit, als Europa auf dem Höhepunkt seiner Zivilisation stand; ihre Feier muss daher grenzenlos sein!“ Für diesen Abend hat er ein ebenso rares wie symbolträchtiges Werk gewählt: die Messa de’ Morti a 5 concertata von Bonaventura Rubino (1600–1668). Der in der Lombardei geborene Franziskanermönch wirkte zwischen 1643 und 1668 als Kapellmeister an der Kathedrale von Palermo. Diese um 1653 komponierte Messe ist für Malta von besonderer Bedeutung: Das einzige bekannte gedruckte Exemplar – die handschriftliche Partitur ist verschollen – wird auf der Insel in den Musikarchiven der Kathedrale von Mdina aufbewahrt. Eine Wahl, die den Ton angibt: Gelehrsamkeit, der Austausch von Quellen und die tiefe Verwurzelung im Mittelmeerraum.

Angel

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