35 Jahre Hamburger Ratsmusik

Filippo Finazzi: Soldat, Kastrat und Komponist

→Vor genau 250 Jahren, am 22. April 1776, verstarb unweit von Hamburg der italienische Kastrat Filippo Finazzi. Hinter ihm lag ein abenteuerreiches Leben als gefeierter Sänger, Komponist und ehemaliger Kavalleriehauptmann. Drei Jahrzehnte zuvor hatte er sich in einer Oper aus eigener Feder glanzvoll von der Hamburger Bühne verabschiedet. Zu seinem Gedenken erweckt das Ensemble Hamburger Ratsmusik nun mehrere unveröffentlichte Sinfonien und Kantaten dieses außergewöhnlichen Künstlers zu neuem Leben und würdigt damit eine einzigartige Figur der europäischen Opernwelt des 18. Jahrhunderts. 

Filippo Finazzi: Soldat, Kastrat und Komponist
Anonymer Künstler, häusliche Konzertszenen in Deutschland des 18. Jahrhunderts: In Hamburg war Filippo Finazzi nicht nur Opernsänger am Gänsemarkt, sondern verkehrte auch in den führenden adligen und bürgerlichen Familien der Stadt, erteilte Gesangs- und Musikunterricht und etablierte sich als Komponist im Zentrum dieser musikalischen Geselligkeit. © Sammlung Van Ham Kunstauktionen

Anlässlich des 250. Todestages von Filippo Finazzi (1705–1776) widmet die Hamburger Ratsmusik dem Künstler im Jahr 2026 ein umfangreiches Bühnenprojekt mit dem Titel „Der Farinelli des Nordens“. Getragen von der Sopranistin Kerstin Dietl und unter der Leitung der Gambistin Simone Eckert, erwecken Konzerte in Hamburg, Sülfeld, Flemhude oder auch auf Schloss Celle seine Kantaten, Sinfonien und unveröffentlichten Arien zu neuem Leben. Dabei ersteht weit mehr als nur ein vergessener Name wieder auf: Es ist ein ganzes Kapitel des musikalischen Hamburgs im 18. Jahrhundert. Als italienischer Kastrat, der zum gefeierten Sänger, Komponisten, Kavalleriehauptmann und schließlich zum Grundbesitzer im Hamburger Umland wurde, durchquerte Finazzi Europa zwischen Opernbühnen, Schlachtfeldern und norddeutschen Fürstenhöfen. Es sind biografische Fragmente eines Schicksals, das eines Opernlibrettos würdig wäre.  

„Finazzi singet gut“  

Angel

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