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Dennis Orellana, Gewinner des 1. Farinelli-Wettbewerbs

→Am Sonntag, den 2. März, fand das große Finale des ersten Farinelli-Wettbewerbs für Countertenöre statt, der von den Händel-Festspielen Karlsruhe organisiert und von Total Baroque live übertragen wurde. Ein Rückblick auf den Wettbewerb und seine internationalen Finalisten.

Fünfzig angemeldete Kandidaten, vierundzwanzig ausgewählte, sechs Finalisten. Die Jury des ersten internationalen Farinelli-Wettbewerbs für Countertenor hat am Sonntagabend ihr Urteil gefällt: Der 24-jährige Dennis Orellana aus Honduras ist der große Gewinner des Wettbewerbs, vor dem Franzosen Remy Brès-Feuillet, der auch den Sonderpreis für „zeitgenössische Musik“ erhielt. Der Publikumspreis ging an Yongbeom Kwon aus Südkorea.

Dennis Orellana wurde in San Pedro Sula, Honduras, geboren.

Sein professionelles und internationales Debüt gab er im August 2021 in der Rolle des Berardo in Carlo il Calvo (Oper von Nicola Porpora) im Teatro Auditorio San Lorenzo del Escorial. Danach teilte er die Bühne mit namhaften Künstlern wie Max Emanuel Cenčić, Julia Lezhneva, Franco Fagioli und anderen unter der musikalischen Leitung von Markellos Chryssicos zusammen mit dem griechischen Barockorchester Armonia Atenea. Beim Bayreuther Barockopernfestival 2022 trat Dennis als Zeffiro in Il Nascimento dell’Aurora und Ernesto in Griselda auf und gab damit sein Debüt vor einem großen internationalen Publikum.

Seine Auftritte in den Mozart-Rollen des Cavalier Ramiro in La Finta Giardiniera in Salzburg und des Sifare in Mitridate, re di Ponto bei der Mozartiade in Brüssel und im Rahmen der Festivals de Wallonie in Mons und Namur waren viel beachtet.

Ihr Auftritt beim Wettbewerb umfasste zwei Arien von Händel: „Non Son Sempre Vane Larve“ aus Arminio (1737), und „Come Nube“ aus Agrippina (1709).

Yongbeom Kwon aus Südkorea begann 2013 im Alter von 18 Jahren sein Gesangsstudium im Bereich der geistlichen Musik. Seit 2019 studiert er an der Universität der Künste in Berlin, zunächst bei Prof. María José Montiel, dann bei Prof. Deborah York. Sein Debüt gab er im Januar 2022 im Rokoko-Theater beim Festival für Alte Musik „Winter in Schwetzingen“. Sein Repertoire umfasst Alte Musik, Oratorien, Opern, Lieder sowie moderne Stücke. Er erhielt ein Stipendium für die Chorakademie des Berliner Rundfunks.

Sein Auftritt umfasste zwei Arien: „Ombra Fedel Anch’io“ aus der Oper Idaspe (1730) von Riccardo Broschi, dem Bruder Farinellis, der die Rolle des Dario speziell für Farinelli geschrieben hatte; und „Nel Profondo“ aus Vivaldis Orlando Furioso (1727).

Rémy Brès-Feuillet hat einen Bachelor-Abschluss in Rechtswissenschaften und studierte nach einem Akkordeonstudium am CRR Avignon Operngesang am CNRR Marseille. Er wurde 2019 vom Centre Français de Promotion Lyrique (frühere Bezeichnung von Génération Opéra) mit dem Preis „jeune espoir“ ausgezeichnet und ist 2021 Preisträger des Young Artist Award beim Cesti-Wettbewerb der Innsbrucker Festwochen der Alten Musik. Sein Bühnendebüt gab er in der Rolle der Triade bei der Uraufführung der Oper BaroKKo von Marco Quesada am Akademischen Theater in Perm und anschließend beim Baltic House Festival in St. Petersburg im Jahr 2019 (Regie, Serge Noyelle). Er arbeitet mit der Kompanie Théâtre NoNo zusammen, mit der er eine Forschung rund um die Countertenorstimme und ihre Beziehung zur Theatralität und zeitgenössischen Kreation initiiert.

Seine Darbietung umfasst die Arien „Verdi Prati“ und „A Dispetto D’un Volto Ingratto“ aus Händels Opern Alcina (1735) bzw. Tamerlano (1724).

Den Video-Livestream des Finales finden Sie hier.