Ein barocker Opernsommer (2/7)

„Artaserse“ von Leonardo Vinci, eine „wiederbelebte“ Oper

→Max Emanuel Cencic, Philippe Jaroussky, Franco Fagioli erweckten Leonardo Vincis „Artaserse“ zu neuem Leben, die bei ihrer Wiederaufführung 2012 zu einem Opernereignis wurde.

2012 an der Opéra national de Lorraine wiederentdeckt, hat sich Leonardo Vincis Artaserse als eines der prägenden Ereignisse der jüngeren Barock-Renaissance etabliert. Getragen von Max Emanuel Cenčić und Parnassus Arts Productions, vereint diese prachtvolle Produktion von Silviu Purcărete eine inzwischen legendär gewordene Besetzung: Philippe Jaroussky, Franco Fagioli, Valer Sabadus, Yuriy Mynenko, Juan Sancho und Cenčić selbst, unter der musikalischen Leitung von Diego Fasolis mit Concerto Köln.

1730 in Rom uraufgeführt, ist Artaserse Vincis letzte Oper und die erste Vertonung des berühmten Librettos von Metastasio, das später von zahlreichen Komponisten des 18. Jahrhunderts aufgegriffen wurde. Da Frauen auf den römischen Bühnen nicht auftreten durften, wurden die weiblichen Rollen damals von Männern gesungen. Die Produktion aus Nancy greift dieses Prinzip auf und versammelt fünf hohe Männerstimmen – in einem faszinierenden Spiel zwischen Virtuosität, Travestie und Affekttheater.

Zwischen höfischen Intrigen, verratenen Loyalitäten und familiären Konflikten entfaltet Artaserse die ganze Spannung der neapolitanischen Opera seria. Silviu Purcăretes Inszenierung legt ihren Kunstcharakter, ihre Gewalt und ihren Glanz frei, während Diego Fasolis der Partitur ihre dramatische Nervosität zurückgibt. Mehr als eine ausgegrabene Kuriosität ist dieser Artaserse zu einer Referenz geworden: die spektakuläre Rückkehr eines vergessenen Meisterwerks.


Das Programm

Leonardo Vinci: Artaserse
Dramma per musica in drei Akten
Libretto von Pietro Metastasio
Uraufgeführt in Rom, Teatro delle Dame, am 4. Februar 1730

Musikalische Leitung: Diego Fasolis
Inszenierung: Silviu Purcărete
Orchester: Concerto Köln

Besetzung:

Produktion, wiederaufgenommen an der Opéra national de Lorraine im November 2012.

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