Ein barocker Opernsommer (3/7)

„L’Huomo“, eine Oper aus der Feder der Wilhelmine von Bayreuth

→Erleben Sie die Wiedergeburt eines barocken Meisterwerks: historische Kulissen, zeitgenössisches Video und wiedergefundenes Ballett für ein zeitloses Spektakel!

1754: Eine vergessene Oper

Es ist eine Rarität: Das Libretto der Oper L’Huomo wurde von der Markgräfin Wilhelmine von Bayreuth verfasst. Die Oper war bis zu ihrer historischen Neuaufführung im Mai 2023 nie wieder gespielt worden, und zwar an ihrem ursprünglichen Ort: dem Markgräflichen Opernhaus in Bayreuth, mehr als drei Jahrhunderte nach der Uraufführung.

L’Huomo ist eine festa teatrale in einem Akt, die Musik und Tanz miteinander verbindet und auf dem Werk L’homme basiert, das von Wilhelmine von Bayreuth auf Französisch geschrieben wurde. Das Libretto wurde von Luigi Stampiglia, einem Librettisten am Bayreuther Hof, ins Italienische übersetzt und von Andrea Bernasconi, dem damaligen Kapellmeister am Münchner Hof, vertont. Der berühmte Architekt Giuseppe Galli Bibiena (auch Designer des Opernhauses) schuf innovative Bühnenbilder, die spektakuläre Szenenwechsel einführten.

Die allegorische Handlung konfrontiert die Kräfte des Guten und des Bösen auf der Erde durch die Figuren Animia und Anemone, die die weibliche bzw. männliche Seele verkörpern. Wilhelmine ließ sich, wie sie schreibt, von Zoroasters „philosophischem System“ (Zarathustra, Religionsstifter im alten Iran) inspirieren. Die Uraufführung fand am 19. Juni 1754 anlässlich des Besuchs des Bruders der Markgräfin, Friedrich II. von Preußen, genannt Friedrich der Große, statt.

2023: Eine wiedergefundene Oper

Die Inszenierung von Nils Niemann bietet einen innovativen Ansatz, der historische Theaterkunst mit zeitgenössischem Video verschmelzen lässt, um die barocke Welt der Wilhelmine mit unserer heutigen Welt zu verbinden. Dank der Forschungen der Universität Bayreuth begleitet der Videokünstler Christoph Brech die Musik und das Bühnengeschehen mit spektakulären Bildern — vom Mikrokosmos des menschlichen Körpers bis zum Makrokosmos des Universums —, die auf die historischen Kulissen projiziert werden. Die Inszenierung integriert auch die Rekonstruktion des verlorenen Balletts von Armida, bereichert so die Dramaturgie und bietet ein neuartiges Spektakel, in dem Vergangenheit und Gegenwart miteinander in Dialog treten.


Das Programm

🎼 Andrea Bernasconi (1706-1784):

Libretto: Wilhelmine von Bayreuth (Übersetzt von Luigi Stampiglia.).
Musikalische Leitung: Dorothee Oberlinger – Ensemble 1700
Regie: Nils Niemann
Kostüme: Johannes Ritter
Video: Christoph Brech

Verteilung:

Im Mai 2023 im Markgräflichen Opernhaus.

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