Mit den ersten Kirchenliedern der Jesuitenmissionare im Jahr 1549 hielt die westliche Musik Mitte des 16. Jahrhunderts Einzug in Japan, getragen von der christlichen Evangelisierung. Die in den 1630er-Jahren eingeführte Politik der Abschottung, die die Ausbreitung des Christentums unterbinden sollte, unterbrach diese Verbreitung jedoch fast vollständig. Erst ab 1868 wurde mit der Gründung der Nationalen Musikschule die westliche Musik insgesamt wieder eingeführt, zunächst vorwiegend im militärischen Rahmen. Das Interesse an Alter Musik im Speziellen entwickelte sich allmählich: Vom ersten Cembalo-Konzert im Jahr 1908 bis hin zu den Rundfunkübertragungen des österreichischen Trios Schneider in den 1930er-Jahren setzte sich der Barock sukzessive durch. Er weckte eine Neugier, die sich, analog zur weltweiten Entwicklung, in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts stetig weiterentwickelte.
Die Abschottungspolitik des 17. Jahrhunderts
Die Geschichte der Alten Musik in Japan beginnt mit der christlichen Evangelisierung im 16. Jahrhundert. Der Jesuitenmissionar Franz Xaver führte dort 1549 Kirchenlieder ein; das Manuale ad Sacramenta ministranda, das einige Noten enthält, wurde dort sogar 1605 gedruckt. Diese von den Missionaren bevorzugte Praxis des gemeinsamen Gesangs ermöglichte eine schnelle mündliche Weitergabe an Bevölkerungsgruppen, die mit der lateinischen Liturgie wenig vertraut waren. Die Praxis dieser Gesänge blieb jedoch auf Weiler rund um die heutige Stadt Nagasaki beschränkt. Die japanischen Behörden, die befürchteten, der christliche Glaube könnte als Vorstufe einer spanisch-portugiesischen Kolonisierung dienen, verschärften rasch ihre Politik.

Im Jahr 1612 erließ Tokugawa Ieyasu, Gründer des Tokugawa-Shogunats und zentrale Figur der politischen Vereinigung Japans, ein Dekret, das die Ausrottung des Christentums anordnete. Die in den 1630er-Jahren verordnete Abschottung des Landes isolierte den Archipel endgültig und ließ nur noch wenige Handelsbeziehungen bestehen, insbesondere mit den Holländern in Nagasaki. Letztere, die protestantisch waren und als weniger missionarisch galten, durften von der künstlichen Insel Dejima aus Handel treiben – dem einzigen Ort, an dem regelmäßige Kontakte zum Westen stattfanden. Dennoch gaben heimliche Gläubige weiterhin verbotene Lieder weiter und verwandelten sie nach und nach in lokale Folklore. Diese Gemeinschaften, als kakure kirishitan („versteckte Christen“) bezeichnet, passten Texte und Melodien so weit an, dass hybride Formen zwischen Ritus und japanischer mündlicher Überlieferung entstanden.
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